In d’Grean gehn
Am Ostermontag laden Weinhauerinnen und Weinhauer sowie Weinkellerbesitzerinnen und Weinkellerbesitzer des nördlichen Weinviertels in die Kellergassen („Kellertrift“) zu Speis und Trank – zum „Grean geh“.
Der Brauch des „in d’Grean gehn“ (=ins Grüne gehen) findet sich in mehreren Gemeinden der Region und zeichnet sich durch regionalspezifische Elemente religiöser wie auch weltlicher Art aus.

© Herbert Krautwurm
Der Brauch In d´Grean gehn lässt sich bis in die vorindustrielle Zeit zurückverfolgen, als die Weingartenarbeit sehr beschwerlich war. Nach der schweren und harten Winterarbeit luden die Weinbauerinnen ihre Helferinnen zum Dank in die Kellergassen, um bei Wein, Brot und Geselchtem den Beginn der neuen Saison und das Ende der Fastenzeit zu feiern.

© Herbert Krautwurm
Während religiöse Aspekte, wie der österliche Emmausgang, nach wie vor eine wichtige Rolle spielen, treffen sich heute vorwiegend Verwandte und Weinfreund*innen in der „Grean“, um beim gemütlichen Spaziergang und in geselliger Runde das Wiedererwachen der Natur zu feiern, die „heurigen“ Weine zu verkosten und sich in gemütlicher Runde auszutauschen.